2013 Spaziergänger empören sich über Holzschlag entlang der Römerstrasse

(Bericht von Alois Winiger, 12. Feb. 2014, az Solothurner Zeitung) 

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Situation nach dem Holzschlag an der Römerstrasse, Teil der «Via Romana», einer historischen Route von nationaler Bedeutung.

Quelle: René Rubin                                                                                                                                                                 

 Nach dem Holzschlag an der Römerstrasse machte sich unter Spaziergängern Empörung breit. Revierförster Kilian Bader erklärt, dass die Holzerei Notwendig war, um die Sicherheit auf dem viel benutzten Weg weiterhin gewährleisten zu können. von Alois Winiger

«Auf dieser Ruhebank beim Römerweg St. Wolfgang gibt es in den nächsten Jahren keinen Schatten mehr. Der Naturpark Thal lässt grüssen.» Diese Zeilen mit einem Bild dazu von René Rubin aus Balsthal sind in dieser Zeitung erschienen und haben ein grosses Echo ausgelöst.

Möglicherweise wäre der Holzschlag weniger stark aufgefallen, wäre er nicht an einer so viel bewanderten Strecke wie dem Römerweg zwischen Balsthal und Holderbank erfolgt.

Vom Echo überrascht
«Da steht man fassungslos an so einer Stelle und fragt sich, muss denn wirklich so rücksichtslos rübis und stübis abgeholzt werden», führt René Rubin auf Nachfrage aus. Er habe sich dermassen geärgert, dass er nach einer Möglichkeit suchte, um dem Ärger Luft zu verschaffen.

Und das tat er eben via Medien und SocialMedia-Kanälen. «Dass ich damit ein solches Echo auslöse, hätte ich allerdings nicht gedacht», sagt Rubin. «Anderseits hats mir auch gezeigt, dass ich mit meiner Ansicht nicht alleine bin.»

Teil der «Via Romana»
René Rubin ist in der Tat nicht alleine mit seiner Ansicht. Das bestätigen SMS und Leserbriefe, die jeweils prompt bei dieser Zeitung eingehen, wenn an einer gut sichtbaren Stelle Holz geschlagen wird. Aber nicht jedes Mal wird eine Lesermeldung zu einem grösseren Bericht ausgebaut.

Hier ist eine Nachfrage beim Revierförster Kilian Bader gerechtfertigt, geschah doch die Holzerei an stark exponierter Stelle am Römerweg, der «Via Romana», einer historischen Route von nationaler Bedeutung von Kulturwege Schweiz. «Den gepflasterten Teil des Weges haben wir übrigens umgehend gesäubert, und zwar ohne die Arbeit zu verrechnen», schickt Bader voraus.

Alter Buchenbestand
«Wenn wir feststellen, dass eine Stelle im Gesamten instabil geworden, so müssen wir handeln», erklärt Bader. «Ich weiss nicht, wie die Leute reagieren würden, wenn von einer alten Buche ein Ast abbrechen und jemanden treffen würde. Das hätte nämlich dort passieren können.»

Im Revier gebe es einen relativ hohen Bestand an alten, teilweise sehr alten Buchen. «Bei anderen wiederum stellt sich heraus, dass sie zwar noch gesund aussehen, jedoch bereits krank sind.»

Dass die Leute auf Veränderungen im Wald heikel reagieren, sei den Forstleuten sehr wohl bewusst, betont Bader. «Ich bin aber nicht dafür, dass jeder Eingriff über die Medien kommentiert wird. Besser wäre, die Leute kommen zu uns und sprechen uns an.»

Glaubt nicht daran
Warum eigentlich hat René Rubin den Revierförster nicht direkt kontaktiert? «Ja, das wäre schon eine Möglichkeit», räumt Rubin ein. «Aber was bringt das? Warum soll er auf einen Einzelnen hören? Alles hat seine zwei Seiten, und die Forstleute können dann die Sache so darlegen, dass es letztlich für sie stimmt.»

«Selbstverständlich haben wir Gründe und Argumente», entgegnet Revierförster Kilian Bader. «Sonst würden wir ja tatsächlich einfach drauflosholzen.» Was die ausgelichtete Stelle am Römerweg angeht, so kontert Bader mit einer Gegenfrage: «Wer sagt, dass die Ruhebank im Schatten stehen muss?»

(az Solothurner Zeitung)

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